Regeln für die Vergabe von Dateinamen

Falls du – auch heute noch – in Dateinamen Umlaute, Unterstriche und Sonderzeichen verwendest, kann es im Internet zu Problemen kommen. Denn solche Dateinamen können von manchen Programmen nicht einwandfrei verarbeitet werden, was unter anderem zum „Aufhängen“ des Programmes führen oder ein Aufrufen der Dateien unmöglich machen kann. Mit etwas Hintergrundwissen und eine Portion Ehrgeiz lassen sich Schwierigkeiten vermeiden.

Kurzgesagt: Bilde dir ein einheitliches System für die Benennung von Verzeichnissen und Dateinamen. Verwende nur die Kleinschreibung und einen Strich zur Worttrennung.

1×1 der Dateinamen-Konventionen

Um sicherzugehen, solltest du nur Buchstaben, Zahlen, Bindestriche, Unterstriche und den einen Punkt vor der Dateierweiterung verwenden. Also auf Umlaute, Sonderzeichen und Leerzeichen verzichten.

  • Bindestrich = trennt Wörter voneinander = screenshot-der-website
  • Unterstrich = trennt Bestandteile eines Dateinamens = screenshot-der-website_deinwp
  • Wenn du ein Datum einfügen möchtest, empfehlen wir die Form JJJJMMTT, die auch im Blick auf die Sortierung sinnvoll ist.
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Einige CMS, beispielsweise TYPO3, wandeln als Notlösung beim Hochladen automatisch Leerzeichen in Unterstriche, Umlaute in zwei Buchstaben und ‚ß‘ in ’ss‘ um, doch manche Sonderzeichen wie ‚€‘, ‚°‘ oder ‚&‘ ersetzt das System durch einen Unterstrich. Damit riskierst du allerdings Inkonsistenzen mit den eigenen Daten an anderen Orten. Manche Systeme oder Server bieten diese Funktion nicht, sodass es dir an anderer Stelle passieren kann, dass z.B. anstatt eines Umlautes auch Unterstriche, Prozentzeichen oder ganz anderen Zeichen dargestellt werden und der Name damit weniger lesbar ist.

Konditioniere dich selbst und benenne deine Dokumente immer nach einem festgelegten Schema

Zudem ist die Lesbarkeit von Dateinamen mitunter auch für die Betrachter und immer für die Suchmaschinen wichtig. Der Betrachter lädt sich eventuell deine Datei herunter und wundert sich über ein Bild mit dem Namen: DCI175847.jpg. Die Suchmaschine erhält durch den Dateinamen wichtige Informationen zum Inhalt des Bildes und kann diese Informationen miteinander abgleichen. Also freuen sich Mensch und Maschine über sprechende Bezeichnungen.

In dem Zusammenhang wirst du automatisch interessante Stichwörter (Keywords, Suchphrasen) sinnvoll einbauen und schon freut sich auch der Suchmaschinenoptimierer. Hier im Blog also Reen aka René.

Groß- und Kleinschreibung

Ebenso empfehlen wir, für Dateinamen nur Kleinbuchstaben zu verwenden. Natürlich sind Großbuchstaben möglich, doch verschiedenen Programme gehen unterschiedlich damit um: Während beispielsweise Windows nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet, behandelt TYPO3 – wie im Internet üblich – Dateien, die den gleichen Namen haben und sich nur in Groß- und Kleinbuchstaben unterscheiden, als zwei getrennte Dateien.

Im Backend sind die Bilder und anderen Dateien, die du in deiner Website einbindest, dann zweifach alphabetisch sortiert:

  • Zuerst die Dateien mit Großbuchstaben,
  • danach die mit Kleinbuchstaben.

Damit musst du Dateien immer an zwei Stellen suchen, was ein effizientes Arbeiten erschwert.

Wenn du häufig Dateien auf deiner Website suchst und beispielsweise via Browser einzelne Änderungen vornehmen möchtest, erschwert dies deine Arbeit zusätzlich.

ein-glas-voller-erbsen.jpg und das dazugehörige Detailbild ein-glas-voller-erbsen-details.jpg ist schneller per Hand getippt als gesucht. Weißt du noch, welche Buchstaben du Groß und Klein schreibst?

Weitere Nachteile …

… liegen auf der Hand.

Die ordentliche Benennung von Dateinamen sowie gut lesbare URLs sollten mittlerweile ebenso zum guten Ton im Internet gehören, wie auch die Verwendung einer SSL-Verschlüsselung und weiteren kleinen Details, auf die man nicht unbedingt sofort bei der Erstellung einer Website achtet. Aber keine Angst, wir dröseln das gemeinsam auf und geben dir einen kleinen Leitfaden an die Hand, mit dem du dich sicher durch das Netz schlägst.

Warum sind Dateinamen wichtig?

WordPress ist sehr einfach und komfortabel in der Anwendung. Du kannst die unterschiedlichsten Dinge mit dem CMS unternehmen und Fehler verzeiht es dir großzügig. Anders sieht es bei Servern aus. Also dem Ort, wo deine Website liegt. Hier kann es schnell passieren, dass z.B. nach dem Umzug deiner Seite Fehler auftreten, die nichts mit WordPress zu tun haben. Abhängig von deinem Hoster kann dein Server unterschiedlich konfiguriert sein und mit den Daten, die deine Website ausmachen, unterschiedlich umgehen.

Dateinamen in der Praxis

  • Vergeben von Dateinamen
    Deine neue Seite ist frisch aufgesetzt und Du stehst das erste Mal davor, sie z.B. mit Bildern aufzumotzen? Dann achte am besten auch darauf, sie gleich ordentlich zu benennen. Hier empfiehlt es sich, nach Möglichkeit den Inhalt des Bildes (oder der Datei) in wenigen Worten wiederzugeben. Eine lange und kryptische Kombination aus Zahlen und Buchstaben ist dagegen nicht zu empfehlen. Dies kann bei heruntergeladenen Bildern aus z.B. WhatsApp und Facebook ebenso wie deiner Kamera der Fall sein und sollte in jedem Fall beachtet werden. Schließlich lässt sich so jedes Bild besser unterscheiden. Egal ob für dich, deine Besucher oder eine Suchmaschine.
  • Nutze Kleinbuchstaben
    Benutze möglichste keine Großbuchstaben in Dateinamen, da z.B. die Datei „Titel.jpg“ und „titel.jpg“ von Servern unterschiedlich gehandhabt werden kann. Auch für dich wird es nicht einfacher, wenn sich der Dateiname inhaltlich gleicht, aber manche Buchstaben groß sind. Wenige Server können dies jedoch nicht und ersetzen kurzerhand die Datei mit den Großbuchstaben, durch die mit den kleinen und du wirst kein Bild unter deinem Pfad „/Titel.jpg“ sehen.
  • Vermeide Leerzeichen
    Leerzeichen in Dateinamen sind (wie Sonderzeichen) nicht so gern gesehen. Der Pfad zu einer Datei im Web sollte möglichst eindeutig sein. Zum einen, damit das genaue Ziel der gewünschten Datei erreicht wird und um Verwechslungen zu vermeiden. Manche Server können mit Leerzeichen umgehen, andere ändern den Pfad beim Aufrufen direkt ab, was möglicherweise zu einem anderen Ziel führt. Leerzeichen werden in der URL deines Browsers ggf. auch nicht als Leerzeichen angezeigt, sondern verändern sich automatisch in die Zeichenfolge %20, was einem encodierten Leerzeichen entspricht. Weitere Infos dazu findest du hier.
  • Verwende sprechende Dateinamen
    Aus einem aussagekräftigen Namen ergibt sich der Inhalt, ohne dass du das Bild oder die Datei begutachten musst.
  • Verwende keine Sonderzeichen
    Verwende keine Umlaute, keine Sonderzeichen (außer “-” und “_”) – also NUR a-z, 1-9, -, _
    –> Zur optischen Trennung von Worten nutzt du am besten einen Bindestrich „-„. Der Bindestrich ist im Gegensatz zum Unterstrich und dessen Darstellung auch nicht zu verwechseln mit einem Leerzeichen.
  • Bedenke deine Verzeichnisse
    Im Internet steht ein Dateiname nie für sich alleine, denn die Zeichen sind innerhalb einer Verzeichnisstruktur abgelegt. Dieses Verzeichnis zahlt auf die Struktur ein und kann von dir mitgedacht werden.
    Ein Beispiel: Verwendest du zwei verschiedene Bildtypen, Icons und Artikelbilder, kannst du diese in unterschiedliche Ordner mit dem jeweiligen Namen ablegen. Dann muss das Bild den Ordnernamen nicht selbst mitbringen.
    deinwp.de/icons/leistung.jpg vs. deinwp.de/icon-leistung.jpg

Kontext und Geltungsbereich

Die meisten erwähnten Regeln sind allgemeiner Natur, wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Soll heißen, wenn du die Regeln befolgst, wirst du auch bei der Benennung von Dateien auf deinem Rechner, also innerhalb deines Betriebssystems – keine Schwierigkeiten bekommen. So zeigt dir zum Beispiel Windows an, welche Zeichen der Dateiname nicht enthalten darf:

  • \ = Backslash
  • / = Slash
  • : = Doppelpunkt
  • * = Sternchen
  • ? = Fragezeichen
  • “ = Anführungszeichen
  • < = Kleiner-als
  • > = Größer-als
  • | = senkrechter Strich

In der Tat sind Ausrufezeichen (!) inmitten einer Datei erlaubt. Auch Punkte (.) sind im Dateinamen erlaubt. Nicht nur als Kennzeichen der Dateiendung, sondern auch als führendes Element oder inmitten der Benennung. Die bekannteste Datei, die mit einem führenden Punkt startet, wird die .htaccess sein.
Der letzte Punkt gilt als Einleitung für den Dateityp. Systeme orientieren sich zumeist an dieser Endung, um den Dateityp zu identifizieren. Die Endung jpg weist daher auf eine Bilddatei hin, wogegen DOCX auf ein Word-Dokument verweist.

Die maximale Anzahl von Zeichen, die ein Dateiname haben darf, hängt von dem Dateisystem ab, auf dem die Datei gespeichert wird. Für die meisten Dateisysteme unter Windows beträgt die maximale Länge eines Dateinamens 260 Zeichen, während für einige Unix-basierte Dateisysteme wie ext4 und XFS die maximale Länge eines Dateinamens 255 Zeichen beträgt.

Auch andere Faktoren, wie Pfadlänge und die Verwendung von Sonderzeichen, beeinflussen die maximale Zeichenlänge. Wodurch du hoffentlich sowieso nie diese Anzahl an Zeichen ausnutzen wirst.

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