Nachdem wir die Regeln für die Vergabe von Dateinamen ausführlich beschrieben haben, sollten wir euch auch spezielle Regeln für Dateien benennen. Im konkreten Fall für die Erstellung von Bildern.
Fertigt Totale und Detailaufnahmen an, immer im Hoch- und Querformat und sendet eure Originale an euren Dienstleister.
Gern könnt ihr noch einen Leitgedanken für eure Bilder formulieren, allerdings klingen diese häufig abgedroschen und helfen bei der Erstellung selten praktisch weiter.
Unsere Bilder kommunizieren Präzision, Technologie und Wertigkeit. Jedes Foto soll sauber, klar und professionell wirken und die Qualität unserer Arbeit widerspiegeln.
Ein möglicher Leitgedanke
| Aspekt | Richtlinie | Warum? |
| allgemein Bildkomposition | Totale & Detailaufnahmen verwenden. | Die Totale beantwortet die Frage „Was ist es & wie groß ist es?“. Die Detailaufnahme liefert den visuellen Beweis. |
| Größenvergleich verwenden | Professionelle Objekte (Tasse, Helm, Person, Maskottchen) anstelle von verspielten. | Schafft eine sofort verständliche Relation der Dimensionen und verhindert Fehleinschätzungen durch den Kunden. |
| Hintergrund | Immer sauber, aufgeräumt und neutral halten. | Stellt das Bauteil als alleinigen Star in den Mittelpunkt. |
| Licht | Hell, weich und gleichmäßig. Harte Schatten vermeiden. | Macht feinste Bearbeitungsspuren und Oberflächenstrukturen sichtbar. |
| Farben | Natürlich, sachlich, mit neutralem Hintergrund. | Ermöglicht dem Kunden eine realistische Beurteilung des Materials und des Finishs (z.B. der Glanzgrad von poliertem Alu vs. gestrahltem Edelstahl). |
| Format | Hauptsächlich 4:3 oder 3:2, aber auch 16:9 und 9:16 für spezielle Kanäle bereithalten. | Medien sollen auf jedem Kanal (Website, LinkedIn, Smartphone) optimal und professionell ohne unschöne Abschnitte dargestellt werden. |
| Fokus | Immer gestochen scharf auf dem wichtigsten Detail. | Lenkt das Auge des Betrachters gezielt auf das Verkaufsargument des Bildes, sei es eine Passung, eine Schweißnaht oder eine besonders feine Oberfläche. |
Technische Produkte wirken oft unnahbar. Ein einfacher Trick, das zu ändern: spielerische Vergleiche, die im Gedächtnis bleiben. Stell dir ein kleines Plüschtier vor, das vor einer riesigen CNC-Fräse sitzt – die Dimensionen werden sofort klar und das Produkt gewinnt an Sympathie. Dieses Plüschtier kann zu einem wiedererkennbaren Maskottchen werden. Wenn es konsequent auf der Website, in Broschüren und sogar neben der Bürotasse auftaucht, etabliert es sich als humorvolles und einprägsames Markenzeichen.
1. Bildkomposition & Perspektive
Nutze hauptsächlich zwei Arten von Aufnahmen: die Totale und die Detailaufnahme.
A) Die Totale (Establishing Shot):
Zweck: Dem Betrachter ein Gefühl für die Dimensionen und den Maßstab des Bauteils oder der Maschine geben.
Umsetzung
- Das Objekt sollte vollständig und zentral im Bild zu sehen sein.
- Sorge für einen ruhigen, aufgeräumten Hintergrund. Eine saubere Maschinenwand, ein aufgeräumter Werkstattboden oder Schreibtisch. Ein neutraler Hintergrund (grau/weiß) sind ideal.
- Größenvergleich: Verwende (industrie)typische Referenzobjekte, damit der Betrachter dies mit alltäglichen Gegenständen visualisieren kann.
- Für kleine bis mittelgroße Teile: Eine Standard-Kaffeetasse mit dem Firmenlogo, ein Smartphone, Gliedermaßstab oder eine Euro-Münze.
- Für große Bauteile: Ein Mitarbeiter in Arbeitskleidung, der sicher neben dem Bauteil steht (zeigt Größe und den menschlichen Faktor). Ein Helm oder ein standardisierter Werkzeugkoffer.
B) Die Detailaufnahme (Close-up):
Zweck: Die Präzision, die Oberflächengüte und die Komplexität der Bearbeitung hervorheben.
Umsetzung: Auf Besonderheiten fokussieren
- Typenschilder: Sauber und gut lesbar fotografiert.
- Strukturen & Oberflächen: Gibt es feine Fräss- oder Politurspuren, die eine hohe Oberflächengüte belegen. Seitliches Streiflicht hebt Texturen hervor.
- Komplexe Geometrien: Fotografiere Hinterschnitte, filigrane Rippen oder komplexe 3D-Konturen aus einem interessanten Winkel.
- Prozesse abbilden: Eine Aufnahme des Geräts in Aktion. Eine leichte Bewegungsunschärfe kann sehr dynamisch wirken.
2. Seitenverhältnis (Aspect Ratio)
Medien sollten bereits zur Aufnahme auf verschiedene Kanäle optimiert sein. Fotografiere immer mit etwas „Fleisch“ um das Hauptmotiv herum. So können die Bilder später flexibel auf das benötigte Format zugeschnitten werden.
- Standard (für Website & Broschüren): 4:3 oder 3:2. Diese klassischen Formate sind ausgewogen und gut für die Darstellung technischer Produkte.
- Querformat (für Website-Banner & Videos): 16:9. Dies ist der Standard für breite Header-Bilder und Videos.
- Hochformat (für Social Media Stories): 9:16. Wenn Medien auf Instagram, LinkedIn oder Facebook-Stories veröffentlicht werden, sollten die Bilder und Videos dieses Format nutzen.
- Quadratisch (für Social Media Posts): 1:1. Ideal für Instagram-Feeds und als Vorschaubild.
3. Licht und Farbe
Tageslicht oder zwei positionierte Fotoleuchten bewirken meist passende Lichtverhältnisse.
- Ausleuchtung: Hell, klar und weich. Vermeide harte Schatten, da diese Details verschlucken. Am besten ist diffuses Licht, z.B. an einem bewölkten Tag in einer sauberen, gut beleuchteten Halle oder mit professionellen Softboxen.
- Farbwelt: Die Farben sollten natürlich und nicht über-sättigt sein. Der Fokus liegt auf der realitätsgetreuen Darstellung der Materialien (der Glanz von Stahl, das matte Finish von Aluminium). Ein sauberer, neutraler Hintergrund (weiß, grau, anthrazit) lässt das metallische Werkstück hervorstechen.
4. Meta-Informationen
Google ignoriert Kamera-Einstellungen (ISO, Blende) und EXIF-Daten blähen die Dateigröße unnötig auf. Diese sollten daher größtenteils entfernt werden, wenn diese Daten nicht zum Inhalt gehören.
- GPS-Daten: Wenn du ein lokales Business betreibst (z. B. ein Ladengeschäft, Handwerker oder Immobilienmakler in Leipzig), können GPS-Daten in Bildern ein zusätzliches Relevanz-Signal für den Google-Algorithmus sein.
Die Hypothese ist klar. Google erkennt durch die EXIF-GPS-Koordinaten, dass das Foto tatsächlich vor Ort aufgenommen wurde. Das stärkt die lokale Autorität („Proof of Location“). In der Realität allerdings werden diese Daten extrahiert und primär für Google Maps/Photos verwendet. Insbesondere für dein Google Business Profil und lokale Unterseiten bieten sich die Informationen als unterstützende Metrik an.
Hierfür eignet sich unter Windows die Kommandozeile und das ExifTool.
So synchronisierst du deine GPS-Daten mit dem ExifTool
Wenn du deine Bilder bearbeitet hast und die GPS-Daten verloren gegangen sind, kannst du sie mit diesem Befehl ganz einfach von den Originalen zurückholen.
Der Befehl zur Synchronisation
Öffne die Eingabeaufforderung (CMD) in dem Ordner, in dem deine exiftool.exe liegt, und nutze folgenden Aufbau:
exiftool -tagsFromFile "C:\Pfad\Originale\%f.%e" -gps:all "C:\Pfad\Bearbeitet"
Die Platzhalter kurz erklärt:
-tagsFromFile: Damit sagst du dem ExifTool, dass es Daten aus einer anderen Datei lesen soll."C:\Pfad\Originale\%f.%e": Das ist dein Suchmuster.%fsteht für den Dateinamen.%esteht für die Dateiendung.- ExifTool sucht so für jedes Bild im Zielordner automatisch nach der gleichnamigen Datei im Original-Ordner.
-gps:all: Kopiert ausschließlich die GPS-Daten. Falls du alle Metadaten (Kamera, Datum, Objektiv) zurückhaben willst, nutze stattdessen-all:all."C:\Pfad\Bearbeitet": Das ist der Ordner mit deinen bearbeiteten Bildern, die du aktualisieren möchtest.
Hilfreiche Zusatz-Optionen
Standardmäßig erstellt das ExifTool von jeder Datei eine Sicherheitskopie (z. B. bild.jpg_original). Wenn du die Dateien direkt überschreiben willst, ohne dass Kopien entstehen, füge einfach -overwrite_original hinzu:
exiftool -overwrite_original -tagsFromFile "C:\Pfad\Originale\%f.%e" -gps:all "C:\Pfad\Bearbeitet"
Was tun bei unterschiedlichen Dateiendungen? Falls deine Originale eine andere Endung haben (z. B. .CR2 oder .JPG statt .jpg), ersetze das %e einfach durch die feste Endung deiner Quelldateien: "C:\Pfad\Originale\%f.JPG" oder "C:\Pfad\Originale\%f.CR2"
Die persönliche Sprache
Neben all der Professionalität, finde ich es angenehm, wenn Bilder ihre eigene Sprache sprechen. Nicht alle Aufnahmen müssen wie eine austauschbare Auftragsfotografie daherkommen. Der Staub an der Maschine darf weggewischt werden, aber Gebrauchsspuren zeigen, dass die Geräte im Einsatz sind. Alle Bilder sollten authentisch sein und dazu gehören kleine Markel.